Haselnuss (Corylus avellana), Cacao (Theobroma cacao), Wohlriechende Reseda (Reseda odorata), Zitterpappel (Populus tremula), Gurke (Cucumis sativus).
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Das Botanische Museum der UZH, das im 19. Jahrhundert in ein europaweites Netzwerk von Naturforschenden eingebunden war, vereint aussergewöhnliche Objekte mit besonderem kulturellem und historischem Bezug. Diese Objekte vermitteln einen interdisziplinären Zugang zur Anatomie, zur Systematischen Botanik, zur Pflanzenbiologie, Paläobotanik, Archäobotanik, Phytogeographie und zur Ethnobotanik. Wir besitzen eine der grössten Frucht- und Samensammlungen der Schweiz. Darüber hinaus kuratieren wir eine Sammlung von über 600 Objekten, die nicht trocken sondern in auf Alkohol basierenden Konservierungsflüssigkeiten gelagert werden. Diese Sammlung ist in ihrer Grösse und Ästhetik schweizweit einmalig und besitzt innerhalb unseres Museums einen besonderen Schutzstatus. International von herausragender Bedeutung ist die wiederentdeckte Sammlung von pharaonischen Girlanden. Solche besitzen nur ganz wenige Museen in Europa und Ägypten.

 

Objekt des Monats

Schaukästen
Foto: R. Habegger

Schaukästen: Seide und Maulbeerbaum

Das Botanische Museum der Universität Zürich beherbergt eine Reihe von teils äusserst ästhetischen Schaukästen. Auf dem dargestellten Schaukasten ist die gesamte Produktionskette von Seide – deren Herstellung und Handel schon seit dem 14. Jahrhundert eng mit Zürich verknüpft ist – zusammengefasst.

Gezeigt werden die verschiedenen Lebensphasen des Seidenspinners – einem ursprünglich nachtaktiven Falter aus China – vom Ei, dann als Raupe fressend auf und am Weissen Maulbeerbaum (Morus alba) als Futterpflanze bis zu seiner Verpuppung und den darauffolgenden Verarbeitungsschritten vom Schmetterlingskokon bis hin zum fertigen Kleidungsstück. Der Weisse Maulbeerbaum ist auch der Bezug zum Botanischen Museum; denn er ist hier neben dem Reisig für die Kokons das einzige botanische Objekt.

Maulbeerbäume kommen bei uns natürlicherweise nicht vor. Schwarze Maulbeerbäume (Morus nigra) – ursprünglich im Iran und Afghanistan beheimatet – wurden aber schon in der Römerzeit wegen ihrer Früchte angepflanzt. Weitere Verbreitung fanden die Maulbeerbäume dann mit dem Weissen Maulbeerbaum, als man seit dem 12. Jahrhundert die europäische Seidenproduktion einführte. Heute findet in Europa keine nennenswerte Rohseidenproduktion mehr statt. Fast die gesamte Produktion stammt aus Asien, wo mittlerweile auch die Textilindustrie aus Kostengründen ihre Seidengewebe herstellt. Dies ist sozusagen die Rückkehr zu ihren Wurzeln, denn die Seidengewinnung entstand vor 5000 Jahren in China.

Dieses Ausstellungsstück wurde dem Botanischen Museum von Johannes Spörri (1837 – 1921) geschenkt. Spörri war Inhaber des Seidenhauses Spörri an der Bahnhofstrasse in Zürich. Offensichtlich stammt der Inhalt des Schaukastens aus der norditalienischen Region ‘Brianza’. Dieses Gebiet zwischen Como und Mailand war früher bekannt für seine Seidenindustrie. Genauso wie Zürich, das um 1900 eines der weltweiten Zentren der Seidenindustrie war. Dadurch fanden in der Region Zürich tausende von Arbeitskräften ein Auskommen. Erst 2010 wurde die Seidenproduktion in der Schweiz wieder aufgenommen. Mindestens 14 Bauern- und drei Industriebetriebe produzieren pro Jahr einige Kilo Seide und zwar vom Falter bis zum fertigen Kleidungsstück!